Schadenfreiheitsklasse

Schadenfreiheitsklasse – Rabatt bei der Autoversicherung

Für eine Versicherungsgesellschaft ist es finanziell natürlich von Vorteil, wenn ein Kunde wenig Schäden meldet. Aus diesem Grund werden Autofahrer, die lange Zeit unfallfrei unterwegs sind, bei der Autoversicherung mit einem Rabatt belohnt. Dazu wird jedem versicherten KFZ eine bestimmte Schadenfreiheitsklasse zugeordnet. Von dieser Schadenfreiheitsklasse hängt ab, wie viel der Versicherungskunde für seine Kfz-Versicherung bezahlen muss. Nachfolgend erklären wir Ihnen ganz genau, wie dieser Rabatt bei der Autoversicherung funktioniert und wie sich dadurch bei der Kfz-Versicherung sparen können. Außerdem erfahren Sie wie Sie eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse nach einem Unfall verhindern können.

Einstufung in eine Schadenfreiheitsklasse

Wenn ein Autofahrer zum ersten Mal eine Autoversicherung abschließt, startet er in der Regel zunächst mit Sf Klasse 0. Hat der Autofahrer zu diesem Zeitpunkt bereits länger als drei Jahre seinen Führerschein, erlaubt viele Versicherer auch einen Einstieg mit einer günstigeren Schadenfreiheitsklasse. Es erfolgt dann direkt eine Einstufung in Sf Klasse ½. Ab dann gilt, nach jedem Jahr ohne Schaden wird die Schadenfreiheitsklasse des Versicherten eine Stufe angehoben und die Autoversicherung dementsprechend günstiger. Denn je höher die Klasse eines Versicherten ist, desto niedriger ist der Beitragssatz, den der Versicherte zahlen muss. Unfallfreies Fahren macht sich für den Versicherungskunden also auf jeden Fall bezahlt.

 Schadenfreiheitsklasse

Beitragssatz

 SF 7

 41%

 SF 6

 43%

 SF 5

 45%

 SF 4

 48%

 SF 3

 51%

 SF 2

 55%

 SF 1

 60%

Teuerer wird’s wieder, wenn der Versicherte einen Schaden verursacht hat. Nachdem der Autofahrer seiner Kfz-Versicherung einen Unfall oder einen anderen Schaden melden musste, wird seine Schadenfreiheitsklasse herabgesetzt, mit der Folge das seine Beiträge zur Autoversicherung wieder ansteigen. Die Rückstufung nach einer Schadensmeldung wird aber erst zu Beginn des neuen Versicherungsjahres wirksam.

Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse verhindern

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse nach einer Schadenmeldung verhindern können. Eine Möglichkeit, um eine Rückstufung zu verhindern, ist der sogenannte Schadenrückkauf. Bei einem Schadenrückkauf erstattet der Versicherungskunde, seiner Autoversicherung nach erfolgter Schadensregulierung die komplette Schadenssumme. Im Gegenzug verzichtet der Versicherer darauf, die Schadenfreiheitsklasse des Versicherungskunden zurückzustufen. Eine andere Option, mit der sich ebenfalls eine Rückstufung verhindern lässt, ist der sogenannte Rabattschutz. Weitergehende Informationen dazu, wie Sie eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse verhindern lässt, haben wir auf der nachfolgenden Seite für Sie bereitgestellt.

Schadenfreiheitsklasse beim Versicherwechsel

Durch einen Versichererwechsel kann der Versicherungskunde mitunter viel Geld sparen. Doch es stellt sich natürlich die Frage, was aus der Schadenfreiheitsklasse des Versicherungskunden in Falle eines Wechsels wird. Hier können wir Sie beruhigen. Sie müssen keine Angst haben Ihren über Jahre erarbeiteten Rabatt durch einen Versicherwechsel zu verlieren. Denn der neue Versicherer wird beim Vorversicherer den bisherigen Schadensverlauf und die schadenfreien Jahre erfragen und den Neukunden direkt entsprechend einstufen. Wenn Sie bei unserem praktischen Vergleichsrechner Ihre Schadenfreiheitsklasse mit angeben, wird der Rabatt übrigens direkt mit eingepreist, und Sie können direkt sehen, wie viel Sie im Endeffekt durch einen Versichererwechsel sparen würden.

Die Verträge bei der Autoversicherung haben grundsätzlich nur eine Laufzeit von einem Jahr. In der Regel fällt das Ende der Laufzeit mit dem Ende des Kalenderjahres zusammen. Ein Versichererwechsel ist immer zum Ende der Laufzeit möglich. Beachten Sie jedoch, dass eine Kündigungsfrist von einem Monat eingehalten werden muss. Daraus ergibt sich als Stichtag für einen Versichererwechsel bei der Autoversicherung der 30. November. Wurde der Versicherungsvertrag bis dahin nicht gekündigt, verlängert sich der Vertrag mit der bisherigen Autoversicherung automatisch um ein weiteres Jahr. Ein Versichererwechsel ist dann erst wieder im nachfolgenden Jahr möglich. Einzige Ausnahme. Sie machen von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Dann können Sie die Autoversicherung auch unterjährig wechseln. In folgenden drei Situationen steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu:

  1. Beitragserhöung
  2. Schadensfall
  3. Fahrzeugwechsel

Rabatt bei der Haftplicht

Wenn Sie einen Unfall im Straßenverkehr verursacht haben, kommt die Kfz-Haftpflicht für alle Schäden des Unfallgegners auf. Dazu gehören neben Sachschäden natürlich auch Personenschäden. Da es gerade bei Personenschäden zu hohen Forderungen seitens des Unfallgegners kommen kann, ist es wichtig, dass die Haftplicht eine ausreichend hohe Versicherungssumme aufweist. In Deutschland ist die Kfz-Haftpflicht übrigens eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Pflichtversicherung. Wer an eine günstige Haftplicht kommen möchte, muss möglichst lange unfallfrei bleiben, um sich einen hohen Rabatt zu erarbeiten. Denn mit jedem unfallfreien Jahr wird die Schadenfreiheitsklasse des Versicherungskunden angehoben. Die Haftplicht wird für den Versicherungskunden dadurch immer günstiger, zumindest solange bis er die maximale SF Klasse erreicht hat. Doch auch dann ist es wichtig weiterhin unfallfrei zu bleiben, um eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse zu verhindern.

Rabatt bei Vollkasko und Teilkasko

Die Schadenfreiheitsklassen kommen nicht nur bei der Haftpflicht, sondern auch bei der Vollkasko zur Anwendung. Beachten Sie jedoch, dass für die Haftpflicht und die Vollkasko jeweils separate Klassen gelten, die vom bisherigen Schadensverlauf abhängen. Bei der Teilkasko hingegen gibt es grundsätzlich keinen Rabatt für unfallfreies Fahren. Die Teilkasko bietet Versicherungsschutz für folgenden Fälle:

  • Diebstahl
  • Elementarschäden
  • Wildunfälle
  • Brandschäden
  • Kurzschluss
  • Glasbruch
  • Marderbiss

Die Vollkasko umfasst zum einen den dem kompletten Versicherungsschutz der Teilkasko. Zum anderen werden von der Vollkasko aber zusätzlich auch nach Schäden durch Vandalismus abgedeckt. Darüber hinaus kommt die Vollkasko auch noch für Schäden an Ihrem Fahrzeug auf, die durch einen von Ihnen verschuldeten Verkehrsunfall enstanden sind. Die Haftplicht kümmert sich in diesem Fall nämlich lediglich um die Schäden des gegnerischen Unfallfahrzeugs.